Wenn du wirklich verstehen willst, wie du deine lokale Sichtbarkeit verbesserst, dann kommst du um ein gründliches Local-SEO-Audit nicht herum. Es geht hier nicht nur darum, ein paar Keywords zu prüfen oder deine Google-Bewertungen zu zählen. Ein Audit ist der ehrliche Spiegel deiner digitalen Präsenz – die Grundlage, um langfristig Vertrauen, Autorität und echte Conversion-Ergebnisse zu erzielen. Ich habe in den letzten Jahren unzählige solcher Analysen begleitet, und fast immer zeigen sich dieselben Muster: bestimmte Basics sind nicht sauber umgesetzt oder Potenziale bleiben ungenutzt. Diese Zusammenfassung soll dir helfen, genau dort anzusetzen, wo es am meisten bringt.
Warum lokale SEO so speziell ist
Lokal bedeutet nicht klein. Es geht um Relevanz im näheren Umfeld – also genau dort, wo deine Kund:innen tatsächlich suchen. Suchmaschinen wie Google, aber zunehmend auch KI-Systeme wie Gemini oder ChatGPT, greifen inzwischen auf eine Vielfalt an Datenpunkten zu: Standort, Nutzerintention, Rezensionen, Bilder, strukturierte Daten, sogar Social Signals. Dein Ziel besteht darin, in all diesen Bereichen möglichst einheitliche, vertrauenswürdige und relevante Signale auszusenden.
1. Themen und Keywords verstehen
Der klassische Fehler: Man beginnt mit einer Keywordliste. Doch im Zeitalter semantischer Suche und KI-basiertem Prompting ist der sinnvollere Ansatz, Themen und Absichten zu analysieren. Statt auf einzelne Begriffe zu starren, überleg lieber, welche Fragen, Bedürfnisse oder „Prompts“ deine Zielgruppe formuliert. Was würde jemand mit echter Kaufabsicht in deine Branche hineinschreiben? Und wie würde eine KI wie Copilot oder ChatGPT darauf reagieren?
Praktisch bedeutet das: Recherchiere nicht nur Suchvolumen, sondern beobachte echte Ergebnisse. Schau dir deine Platzierungen in klassischen Suchergebnissen, Map Packs, Featured Snippets oder AI-Overviews an. Frag dich: Wo erscheine ich – wo nicht? Und vor allem: Warum? So erkennst du recht schnell, wo du bereits Autorität hast und wo du dich mit gezielten Inhalten oder besseren Strukturen noch beweisen musst.
Meine Erfahrung
Ich habe oft gesehen, dass kleine lokale Unternehmen mit klarer Spezialisierung besser ranken als große Marken, weil sie genau wissen, welche Suchabsichten sie bedienen. Zum Beispiel ein Restaurant, das nicht einfach „italienisch essen“ optimiert, sondern mit einer Seite über „authentische neapolitanische Pizza in München Schwabing“ – samt Bildern, Bewertungen und FAQ. Der Unterschied liegt im Detail.
2. Deine Website auf Herz und Nieren prüfen
Ein umfassender Website-Audit ist das Rückgrat jeder Optimierung. Dabei schaue ich mir drei Dinge besonders genau an: technische Gesundheit, Content-Struktur und Nutzererlebnis. Du kannst das mit Tools wie Screaming Frog, Sitebulb oder Semrush machen – oder manuell, wenn du ein Gespür für Details hast.
Onpage-Basics
Jede Seite braucht ein klares Thema, eine saubere Überschriftenhierarchie und einen eindeutigen Seitentitel. Vergiss dabei nicht, Lesbarkeit und technische Umsetzung zusammenzudenken. Robots und Menschen lesen unterschiedlich, brauchen aber beide ein gutes Gerüst. Verwende also deine Hauptbegriffe in Überschriften, URLs und auch mal in ALT-Tags von Bildern, ohne Keyword-Stuffing zu betreiben.
Häufig übersehen: JavaScript. Wenn du eine stark JS-getriebene Seite hast, kann das LLMs ausbremsen. Sorge dafür, dass wichtige Inhalte auch ohne Skriptausführung sichtbar sind. Das ist vor allem dann relevant, wenn du willst, dass generative KI deine Inhalte referenziert.
Interne Verlinkung
Hier liegt oft großes Potenzial. Achte darauf, dass wichtige Seiten nicht „verhungern“, also ohne sinnvolle interne Links dastehen. Ein logisches Linknetz hilft sowohl Nutzer:innen als auch Suchmaschinen, Zusammenhänge zu verstehen. Mach es dir zur Gewohnheit, thematisch verwandte Seiten zu verbinden – nach dem Motto: „Wenn dir das gefällt, interessiert dich vielleicht auch das.“
Strukturierte Daten (Schema)
Schema-Markup ist kein Luxus, sondern Pflicht. Es sorgt dafür, dass Suchmaschinen nicht raten müssen, wer du bist, was du tust und wo du zu finden bist. Für lokale Unternehmen sind besonders wichtig: LocalBusiness, Product, Service, Review und FAQPage. Eine saubere Auszeichnung kann in KI-generierten Antworten den Unterschied machen, ob dein Unternehmen tatsächlich erwähnt wird.
Mobile Nutzerfreundlichkeit
Mehr als 70 Prozent aller lokalen Suchanfragen kommen von mobilen Geräten. Wenn deine Seite träge lädt oder Schaltflächen zu klein sind, verlierst du sie – egal, wie gut deine Inhalte sind. Werkzeuge wie PageSpeed Insights oder Lighthouse zeigen dir genau, wo du ansetzen kannst: Bildkompression, Caching, Scripts reduzieren – das alles zählt.
Doppelte Inhalte vermeiden
Manchmal sind es nur winzige Überschneidungen, aber Google reagiert allergisch auf unnötige Duplikate. Achte darauf, dass jede Seite ihr eindeutiges Kanonical-Tag trägt und wirklich einen eigenen Zweck erfüllt. Wenn du mehrere Standorte hast, gestalte Einzelprofile mit lokalem Bezug statt Kopien derselben Texte.
3. Google Business Profile – dein zweites Schaufenster
Viele unterschätzen immer noch, wie stark der Einfluss des Google Unternehmensprofils (GBP) ist. Ich sehe es als eine Art „digitale Außenfassade“. Es ist oft der erste Kontaktpunkt – noch vor der eigentlichen Website. Ein vollständiges, gepflegtes Profil kann mehr Klicks bringen als jede teure Kampagne.
Checkliste für deinen GBP-Audit:
- Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer exakt mit der Website überein?
- Hast du die richtige Kategorie gewählt?
- Öffnungszeiten aktuell und Feiertage eingetragen?
- Fotos, Videos und Produkte regelmäßig aktualisiert?
- Beiträge oder Angebote aktiv genutzt?
- Fragen & Antworten gepflegt?
Je vollständiger der Eintrag, desto höher die Chance, im Local Pack oder KI-Modus bevorzugt gezeigt zu werden. Ich empfehle, das Profil wie deinen Laden zu behandeln: regelmäßig aufräumen, neue Produkte zeigen, freundlich auf Gäste reagieren.
4. Rezensionen – sozialer Beweis ist Gold wert
Rezensionen sind längst mehr als nettes Beiwerk. Sie steuern Vertrauen und beeinflussen Rankings. Google nutzt sie direkt als Rankingfaktor für lokale Suchergebnisse. Wichtig ist, dass du auf jede Bewertung reagierst, auch auf negative. Damit zeigst du Präsenz und Professionalität. Analysiere regelmäßig, welche Themen in den Reviews auftauchen – sie sind wertvolle Quellen für Verbesserungen oder neue Inhalte.
Und ja, du darfst (bei zufriedenen Kund:innen) freundlich um Bewertungen bitten. Am besten mit konkretem Bezug: „Wenn dir unser Reifentausch-Service gefallen hat, erwähne das gern.“ So entstehen Reviews, die relevante Begriffe enthalten – was wiederum SEO stärkt.
5. Einträge und Zitationen
Ein klassischer, aber immer noch unterschätzter Faktor. Zitationen sind Erwähnungen deines Unternehmens – ob mit oder ohne Link – auf Branchenverzeichnissen, Partnerseiten oder lokalen Plattformen. Sie helfen Suchmaschinen, Vertrauen in die Echtheit deiner Firma zu gewinnen. Prüfe deshalb regelmäßig, ob deine Kontaktdaten einheitlich sind (NAP: Name, Address, Phone). Schon kleine Abweichungen können Verwirrung stiften.
Besonders spannend wird es, wenn KI-Systeme wie Perplexity oder ChatGPT anfangen, lokale Quellen zu zitieren: In Tests zeigt sich, dass unverlinkte Erwähnungen zunehmend Gewicht erhalten. Hier lohnt es sich also, auch PR-Maßnahmen und lokale Partnerschaften mitzubedenken.
6. Backlinks – Qualität schlägt Masse
Lokale Autorität entsteht durch relevante Verbindungen. Finde heraus, wer in deiner Region online aktiv ist – Gemeinden, Vereine, Nachbarbetriebe, Medien – und überleg, wie du dort organisch auftauchen kannst. Eine Erwähnung in der lokalen Presse ist oft mehr wert als zehn zufällige Directory-Links. Vermeide gekaufte Backlinks; sie schaden langfristig mehr, als sie nutzen.
7. Lokaler Content – das Herzstück deiner Sichtbarkeit
Guter Content ist das, was deine Expertise sichtbar macht. Stell dir deine Inhalte wie ein